XT 350 - Motor stottert bei Halbgas

  • Leider habe ich den O-Ring nicht vor Augen.

    Es ist schon zu lange her, dass ich die Schwimmerkammer abhatte.

    Wenn, dann sitzt er aber oben im Gehäuse und liegt nicht lose auf.

    Das er da sein sollte, macht auf alle Fälle Sinn.

    Tue mir nur schwer vorzustellen, das die Dichtung im Normalbetrieb (wenn der
    Choke geschlossen ist) eine Auswirkung hat.
    Aber man lernt immer wieder was Neues dazu.

    Ausser - wie gesagt - der Choke-Kolben ist undicht.

    Es bleibt auf alle Fälle spannend - scheinbar sind hier noch ein paar Geheimnisse versteckt.


    Gruß

  • So: Mittlerweile sehe ich den Zusammenhang und die Verbindung zwischen der separaten Choke-Schwimmerkammer und dem Choke-System.

    Ich bin nun mit Treckerfahrer einig, dass eine Undichtigkeit dort (O-Ring/Dichtung) bei funktionierendem/dicht schließendem Choke keine Wirkung außerhalb des Choke-Systems haben dürfte:

    1. Die eigentliche Schwimmerkammer ist "sowieso" belüftet, und ob in das Choke-System durch die Undichtigkeit zuviel Luft oder zuviel Benzin kommt, dürfte für alles außerhalb des Choke-Systems keine Rolle spielen.
    2. Für das Choke-System wird die Undichtigkeit wohl dazu führen, dass kein Benzin angesaugt werden kann, eine Gemischanreicherung beim Ziehen des Chokes findet dann nicht statt.

    Puhh, was ein langer Weg der Erkenntnis (jedenfalls für mich), und "sorry", dass ich dadurch für etwas Verwirrung diesbezüglich gesorgt habe!

    Leider kommen wir dadurch der Lösung des hier (in diesem Thread) ursprünglichen Problems nicht näher, schade eigentlich!

    Was bleibt dennoch:

    1. Es gibt unterschiedliche Chokes (spitz vs. flach)
    2. Es gibt unterschiedliche Schwimmerkammern (Anordnung der Düse/des Ventils für die separate (Choke-)Schwimmerkammer)
    3. Es sollte die originale Dichtung (nicht O-Ring) verwendet werden ==> 5Y11453600

    Seht ihr das genau so, oder habe ich doch noch etwas übersehen?

    Der Rentnerblitz

    55V (1986-55Tkm-nur noch Teileträger | 1989-40Tkm-derzeit 5Tkm/a | 1985-39Tkm-auch hier etwa 5Tkm/a)

    "lieber mit ´nem langsamen Mopped schnell fahren, als mit ´nem schnellen Mopped langsam"8)

  • Was ist an den unterschiedlichen Schwimmerkammern denn je anders?

    Ich suchte mal eine via Kleinanzeigen für den 550 er gaser. Da schrieb mich einer an, der meinte es gäbe unterschiedliche Steigrohr Längen...

    Hmh.

    Gruß


    Georg

    achtung dement!
    ja ich bin direkt, aber ehrlich.

  • Was ist an den unterschiedlichen Schwimmerkammern denn je anders?

    Letzlich geht es um die Frage, ob wir alle unterhalb der Choke-Kammer diese 2. Düse oder
    Ventil haben und was es für eine Funktion hat.

    Aber Du hast Recht, es könnten sich auch unterschiedliche Steigrohrlängen daraus ergeben.

    1. Die eigentliche Schwimmerkammer ist "sowieso" belüftet, und ob in das Choke-System durch die Undichtigkeit zuviel Luft oder zuviel Benzin kommt, dürfte für alles außerhalb des Choke-Systems keine Rolle spielen.

    Schau mal ganz oben wo das Messingrohr im Vergaser verschwindet, da ist im Alu-"Überrrohr" auch noch
    eine Belüftungsbohrung für die Choke-Kammer.

    1. Für das Choke-System wird die Undichtigkeit wohl dazu führen, dass kein Benzin angesaugt werden kann, eine Gemischanreicherung beim Ziehen des Chokes findet dann nicht statt.


    Das Ansaugröhrchen reicht weit nach unten in die Choke-Kammer, da müsste eigentlich immer Sprit sein, weil dieser ja genauso
    hoch steigt wie in der großen Schwimmerkammer. (kommunizierende Gefäße)
    Dieser Benzinstand liegt 5 mm +/1 unterhalb der Trennfuge.
    In der Höhe der Trenn- bzw. Dichtfuge sollte eigenlich immer Luft sein. (Belüftet von oben)

    Als "Sahnehäubchen" kommt noch dazu, dass das Messingröhrchen ganz oben, bevor es im Alu verschwindet
    eine Querbohrung für Luft hat (Quasi eine Bremsluft vermute ich).

    Das kann man aber nur Erfühlen wenn man eine einzelne Litze eines Bowdenzugs vorne eine 1 mm abknickt und
    sich so am Röhchen nach oben tastet bis es im Loch verschwindet.
    Schwer zu finden, aber sie ist da und ich habe versucht sie so auf Durchgang zu prüfen.


    Ihr seht das System ist doch recht komplex und ich habe mehr Fragen als Antworten.

    Das ist mit der Entdeckung der zweiten Chokedüse ganz unten nicht besser geworden.
    Aber vielleicht bringt das in Folge auch weitere Erkenntnisse was im Choke so eigenlich passiert.

    Ich werde mal meinen Vergaser nochmals ausbauen und versuchen, was zu finden - er hat
    ohnehin eine Reinigung nötig.

  • Was ich sagen wollte: Wenn die Übergangsstelle (5Y11453600) nicht dicht ist, kann das in der Choke-Kammer vorhandene Benzin nicht angesogen worden, sondern nur die Luft, die in der eigentlichen Schwimmerkammer ist. Es sei denn, dass Benzin (warum auch immer) höher als die Trennstelle steht.

    Grundsätzlich kann die gesamte (komplizierte) Benzinversorgung für die Gemischanreicherung durch den Choke nur den Sinn haben, die Benzinversorgung unabhängig von den Zuständen in der eigentlichen Schwimmerkammer zu beeinflussen, also diese Benzinversorgung zu verstetigen. Aus meiner Sicht können so beeinflusst/verstetigt werden:

    1. Benzinmenge
    2. Druckverhältnisse
    3. Strömungsverhältnisse.

    Alle Auswirkungen dort sollten nur den Startvorgang mit Choke betreffen, und sonst nichts.

    Seht ihr das auch so?

    Der Rentnerblitz

    55V (1986-55Tkm-nur noch Teileträger | 1989-40Tkm-derzeit 5Tkm/a | 1985-39Tkm-auch hier etwa 5Tkm/a)

    "lieber mit ´nem langsamen Mopped schnell fahren, als mit ´nem schnellen Mopped langsam"8)

  • ok, und nun zurück zum eigentlichen Problem: Wenn nun die Benzinversorgung für den Choke sichergestellt ist, was passiert, wenn der Choke nicht dicht schließt? Dann würde doch über diesen Weg ständig das Gemisch angereichert.

    1. Kann es sein, dass diese Menge bei Drehzahlen ab etwa 3.800/min extrem groß wird?
    2. Könnte die Menge dann so groß werden, dass der Benzinstand in der Hauptschwimmerkammer soweit absinkt, dass die Benzinversorgung der Hauptdüse und sogar die Benzinversorgung des Sekundärvergasers gestört wird?

    Falls "ja", könnte dies dann folgende Auffälligkeiten erklären:

    1. Zeitweise geringer Benzinstand im Benzinfilter (in der Benzinleitung zum Vergaser)?
    2. Deutllich zu hoher Benzinverbrauch?
    3. Deutlich geringere Verbrennungstemperatur (Öltemperatur war bei mir etwa 25C geringer, als jetzt. Also eher 90/95C statt nun etwa 115/120C)?
    4. Aussetzer bei Drehzahlen über 3.800/min, vor allem bei einer Lastdauer von mehr als 2-3 sec , dann plötzlich wieder einsetzende Leistung?
    5. Auf- und abschwellende Drehzahl (ohne Last) zwischen 5.-6.000/min?
    6. Kiste läuft ohne Lufi ganz brauchbar?
    7. Veränderung der Synchronisierung zwischen 1 und 2 wirkt sich nur gering aus?
    8. Kiste springt immer gut an?

    Fragen über Fragen....

    Der Rentnerblitz

    55V (1986-55Tkm-nur noch Teileträger | 1989-40Tkm-derzeit 5Tkm/a | 1985-39Tkm-auch hier etwa 5Tkm/a)

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    1. Zeitweise geringer Benzinstand im Benzinfilter (in der Benzinleitung zum Vergaser)?

    Hier könnte auch ein Problem liegen:.

    Hatte bei einer Aprilia Pegaso das Problem, dass im Tank relativ viel Schmutz war.
    Deshalb habe ich einen Benzinfilter (Mahle KL mit Papier ) montiert, weil ich was Gutes tun wollte.

    Daraufhin zeigten sich die gleichen Symtome (halbleerer Filter, schlechter Motolauf) -ohne Filter kein Problem.

    Am Ende war das Sieb auf dem Benzinhahn soweit dicht, das es in Verbindung mit einerm Bezinfilter
    nicht mehr genug Sprit gab.

    Erst die Reinigung des Benzinhahnfilter brachte Besserung.

    Nun funktionierts auch mit Filter relativ Problemlos (erst bei sehr niedrigen Tankfüllung beginnts zu ruckeln.)

    Filter ist immer voll, erst zum Spritende wird er wieder halbleer - dann ruckelts.

    Auch meine TDM verträgt keinen Filter.

  • Das dachte ich auch zwischendurch: allerdings habe ich bei meinen zahlreichen Fahrversuchen immer wieder auch den Filter weggelassen (bei derselben Fahrt). Das ist/war nicht das Problem. Gilt auch für die Entlüftung über den Tankdeckel, bzw. Sauberkeit des Benzinhahns etc.. Wollen wir uns weiter auf den Zustand des Vergaser fokussieren?

    Nur mein Vergaserwechsel hat bei mir das Problem gelöst. Ich weiß nur noch nicht genau warum.

    Es scheint Sachverhalte im Bereich der Gemischaufbereitung zu geben, die das Nachfließen des Benzins zeitweise verhindern. Könnte es sein, dass es dabei um die Druckverhältnisse oder Mengenverhältnisse (siehe oben geht)?

    Vielleicht nehme ich noch einmal meinen ersten, nicht funktionierenden Vergaser unter die Lupe.

    Trotzdem hier kurz zum Thema Filter: In jedem Fall muss dieser so tief wie möglich eingebaut werden, um einen möglichst hohen Druck zu erhalten. Ich habe dabei auch den Benzindurchlass pro Zeit gemessen. War aber bei mir nicht das Problem.

    Der Rentnerblitz

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  • Nachtrag: Der geringe Benzinstand im Filter war in meinem Fall eindeutig nicht die Ursache sondern die Folge eines von mir noch nicht verstandenen Problems im/am Vergaser..

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  • Die Dichtheit des Chokekolben könnte man dadurch prüfen, indem man einen passenden kleinen Schlauch
    über die Steigleitung stülpt und dort reinpustet.

    Mal mit offenem Choke , mal mit geschlossenem Choke.

    Wichtig:

    Der Schlauch muss gut sitzend bis nach ganz oben geschoben werden, da Dir sonst die Luft
    über die Querbohrung abhaut - aber das hört man.

  • Solange dieses Rohr bei mir dicht war, funktionierte der Kaltstart nicht… war der Ofen aber warm lief sie gut. Nach meiner Durchbohraktion ist jetzt der Kaltstart bestens, der schlechte Lauf im mittleren Drehzahlbereich aber stattdessen aufgetreten.
    Insofern glaube ich, sind wir auf der richtigen Fährte.

    ciao Arne

  • Hi zusammen, zumindest haben wir jetzt wohl ein gemeinsames Verständnis von der grundsätzlichen Funktion des Chokes. Störungen dieser Funktion können nach heutigem Stand aus diesen Undichtigkeiten herrühren:

    1. Dichtung der Choke-Schwimmerkammer
    2. Abdichtung des Chock-Ventils (spitz oder flach)

    Zu 1.: Aufmachen, anschauen, ggf. Dichtung ersetzen /5Y11453600

    Zu 2.: Prüfung wie von Treckerfahrer vorgeschlagen. Hier sehe ich in der Teileliste aber keine ersetzbare Dichtung, nur das komplette Teil/ 15A-14371-00 (spitz oder flach).

    Zu klären wäre noch, welche Nebenwirkungen (siehe meine vorigen Posts bzw. den gesamten Thread) eine Undichtigkeit hat. Mutter Hast Du denn die Dichtung in der Schwimmerkammer mittlerweile gecheckt?

    Der Rentnerblitz

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  • So… jetzt gaaanz langsam.
    Hab den Vergaser schonmal runter und offen. Ich habe die Version „flacher Chokeschieber“ und dementsprechend die Wanne mit nur der unteren Ansaugung

    Der O-Ring im Vergaser ist bereits weich und klebrig und konnte nicht zerstörungsfrei entnommen werden. Jetzt gibts da noch aus meinem China-JMP-Vergaserkit nen etwa passenden O-Ring und/oder aus meinem Fundus noch einen oder zwei Kupferdichtringe.
    Soll ich die nun dazu oder stattdessen einsetzen ?

    ciao Arne

  • Hallo zusammen, alles sehr interessant!

    Wie schon festgestellt, gibt es zumindest 2 Vergaservarianten:

    1. 55V 00: flacher Choke
    2. 55V 01: spitzer Choke.

    Zudem gibt es zumindest 2 Schwimmerkammervarianten:

    1. keine seitliche Düse für Choke-Schwimmerkammer (Kennzeichen "1" an Deckelunterseite)
    2. nur seitliche Düse für Choke-Schwimmerkammer (Kennzeichen "2" an Deckelunterseite)

    Und: beide Deckel finden sich (bei mir) ohne feste Zuordnung zur Vergaservariante, also "mal so, mal so".

    Spaß am Rande: Der Innenraum meiner Primärvergaser (00) sieht deutlich anders aus, als der von Arne hier gezeigte. Da wurde wohl mal die Gussform angepasst.

    Zum O-Ring: Ich habe eben einmal den nicht funktionierenden Vergaser zerlegt. Der dort von mir eingebaute O-Ring hat einen Schnurdurchmesser von 1,7mm, konnte also nicht dichten. Denn: Die Vertiefung im Vergaseroberteil ist (bei mir) 2,00mm tief. Schlussfolgerung: Der hier zu verwendende O-Ring muss also vor dem Zusammenbau mehr als 2,00mm haben.

    Die von mir intuitiv (besser: zufällig) gefundene Kombination besteht aus 1,7mm O-Ring und 0,8mm Kupferring, also "cool durch Zufall" (Song von Stoppok, mal reinhören).

    Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich den Kupferring in die Vergaservertiefung eingelegt.

    Gleich folgen noch Bilder dazu.

    Saludos Jochen

    Der Rentnerblitz

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  • So sieht die richtige Dichtung aus. Man kann dort gut die (notwendige) Stärke erkennen.

    Der Rentnerblitz

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