Kurzer Nachtrag: Ich habe eben einmal probiert, wie sich ein funktionierender Choke bemerkbar macht.
- Beim Beschleunigen und bei der Konstantfahrt konnte ich (bei warmem Motor) keine Choke-Wirkung feststellen.
- Nur im Schiebebetrieb nahm ich eine sehr kurze (deutliche weniger als 1 sec) Beschleunigung beim Ziehen des Chokes wahr.
Das ist insofern nachvollziehbar, da ja das Volumen in der Schwimmerkammer für den Choke zum einen sehr gering ist, und zum anderen der Zufluß von Benzin in diese Kammer durch die Düse begrenzt ist. Das heißt es dauert eine Zeit, bis diese Choke-Kammer wieder gefüllt ist.
Damit ist für mich nun auch klar, was passiert, wenn die mittlerweile bekannte Dichtung dort defekt ist, oder fehlerhaft durch einen O-Ring ersetzt wurde:
- Entweder läuft (zuviel) Benzin unkontrolliert von oben in die Kammer nach, oder
- es wird bei geöffnetem Choke (zuviel) Luft statt Benzin angesaugt.
Wenn nun der Choke nicht mehr dicht schließt, wird dem Gesamtgemisch so fallweise zuviel Benzin oder zuviel Luft zugeführt, Zudem kann es den Zustand geben, dass die "zufällig" entstehende zusätzliche Gemischmenge "passt".
Das insgesamt entstehende Gemisch ist damit fallweise zu fett, zu mager oder genau richtig.
Insgesamt erklärt sich für mich damit, warum (zumindest in meinem Fall) die Fehlersuche inklusive zahlreicher Maßnahmen zur vermeintlichen Fehlerbehebung so lange zu keinem Ergebnis geführt hat: Es waren zwei Fehler:
- Defekte Dichtung der Schwimmerkammer des Chokes
- Nicht schließender Choke.
Nur beide Fehler zusammen sorgten aus meiner Sicht für das sehr variable Fehlerbild, dass mit keiner meiner anderen Maßnahmen behebbar war.
Ist das so für euch auch nachvollziehbar? Habt ihr noch andere Lösungs-/Erklärungsansätze?
Mutter Damit musst Du wohl doch noch den China-Choke (s.o.) ordern...
Es bleibt spannend!
Saludos Jochen